Oberhalb der Solarsegel

In: liberal, Vierteljahreshefte für Politik und Kultur. Juni 2005, S.77/78
Rosemarie Zens. Gedichte.

Das Gedicht ist die unauffälligste Form des Wunders. Zufall und Notwendigkeit begegnen sich in einem Augenblick, jedes Gedicht versucht direkt oder indirekt diese Begegnung herbei zu schreiben… Rosemarie Zens gehört zu den professionellen Lyrikerinnen, die längst ihr Talent bewiesen haben. Von Salzburg siedelte sie vor einigen Jahren nach Berlin über.

Ein Scheingefecht nennt die Autorin den immer wieder aufflackernden Literaturstreit zwischen L’art pour L’art, Konkrete Poesie, Dadaismus und Sprachspiel zum einen und dem gesellschaftskritischen oder politischen Gedicht zum anderen.

Solche künstlichen Grenzziehungen interessieren sie nicht, denn – so bemerkt sie – „in die Struktur der Sprache ist die gesamte menschliche Welt eingeschrieben.“ Demgemäß kann das Persönliche sehr politisch sein und das Sprachspiel subversiver Protest. Zu den Gedichten ihres Bandes „Oberhalb der Solarsegel“ schreibt Reto Ziegler, Wien: „Charakteristisch für die Texte scheint mir, wie hier ein großer Reichtum an Bildern und Bezügen – gespeist aus verschiedensten Wissensformen, Beobachtungen und Erfahrung – mit einer wohltuend klaren Sprache erfasst, durch die knappe, aufgeraute Syntax und die präzis gesetzten Zeilenumbrüche reflektierend vertieft und in besonderer Komposition zu einer umfassenden Notatenfolge gereiht wird.“

Im Dresdener Verlag Die Scheune erschien 2004 ihr neuer Band
„Oberhalb der Solarsegel. Notationen nach der Natur“ Gedichtzyklus.
ISBN 3-937832-04-1 oder www.verlag-die-scheune.de €11,50.